Bericht

Tentoonstelling smalspoorbanen op Sardinië

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Stationsgebouw op Sardinië (foto: M.Overbeek, 2003)

Stefan Klink: Auf Abwegen – Schmalspurbahnen auf Sardinien.

Ausstellung Galerie Wiegehalle, Stationsgebäude Joachimsthal
Kaiserbahnhof,  3. Juni – 1. Juli 2012

Die italienische Mittelmeerinsel Sardinien verfügt über das größte Schmalspurbahnnetz in Europa. Die Schmalspurbahnen entstanden in Ergänzung zu den Normalspurstrecken, da ihr Bau deutlich kostengünstiger war. Die Strecken wurden zwischen 1888 und 1932 errichtet und hatten eine maximale Ausdehnung von fast 1000 km. Heute sind viele
Abschnitte vor allem in der ehemaligen Bergbauregion im Südwesten der Insel
stillgelegt und abgebaut. Andere wurden bereits in den 1950er Jahren
modernisiert, trotzdem steht ihr Fortbestand immer wieder zur Disposition.
Lediglich im Umfeld der Großstädte Cagliari und Sassari scheint ihr Überleben
auch langfristig gesichert. Einige der landschaftlich reizvollsten Strecken
werden seit den 1990er Jahren nur noch in den Sommermonaten betrieben. Sie
sollen die sonnenhungrigen Badetouristen in das sardische Hinterland locken und ihnen die zahlreichen Kultur- und Naturschätze näher bringen.Der Bielefelder Foto-Designer Stefan Klink hat mit einem Stipendium 1999-2000 des DAAD die  Strecken im Norden und Zentrum der Insel befahren und erwandert und dabei insbesondere die Architektur der kleinen Empfangsgebäude dokumentiert. Zur  Bauzeit der Bahnen, als das gängige Transportmittel auf Sardinien noch der Ochsenkarren war, bedeuteten diese Bahnhöfe das ›Tor‹ zur Welt. Erst der Bahnanschluss ermöglichte den Abtransport der Waren und Rohstoffe in die  Hafenstädte und den Weitertransport zum italienischen Festland.

Klink zeigt dabei vor allem serielle Fotografien der Empfangsgebäude in der Frontalansicht. Einige dieser Kleinode sind noch im Originalzustand, andere bis zur Unkenntlichkeit verbaut, manche leider verfallen. Die serielle Bauweise dieser Typenbauten wird i n der Hängung der Ausstellung aufgegriffen und bietet so dem Publikum spannende und überraschende Vergleiche. Das ebenfalls ausliegende Buch zeigt darüber hinaus Fotos der vorbeiziehenden Landschaften während einer Eisenbahnfahrt, die Züge in der mediterranen Landschaft  sowie Portraits der Eisenbahner an ihren Arbeitsplätzen. In kenntnisreichen Texten erläutert Klink die Entstehungsgeschichte der Bahnen und beschreibt persönliche Erlebnisse während seines Sardinienaufenthalts.


Die Ausstellung wird am Sonntag, den 3. Juni um 12 Uhr eröffnet und ist bis zum 1. Juli immer samstags und sonntags von 12–17 Uhr zu sehen. Für die Anreise empfiehlt sich die Zugfahrt mit der ODEG, die stündlich zwischen Berlin/Eberswalde und Joachimsthal Kaiserbahnhof verkehrt.

Über den Fotografen:
Stefan Klink hat an der FH Bielefeld Visuelle Kommunikation (Diplom) und Gestaltung (Master) studiert und  dokumentiert seit über 10 Jahren die Architektur der Bahnhöfe. 2010 erschien seine Publikation »Stationen – Bahnhofsarchitektur im Harz«. Ausgestellt hat er u. a. in Amersfoort, Bielefeld, Goslar, Halberstadt, Hamburg, Leipzig und Palau (Sardinien). Er lebt und arbeitet als freiberuflicher Foto- und Grafikdesigner  in Bielefeld.


Kontakt »Galerie Wiegehalle«:

Atelier Holger Barthel

Bahnhof Werbellinsee 3
16247 Joachimsthal

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